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Interview der Woche mit Lukas Mitterreiter – Mit-Inhaber der Kleinen Pause Nürnberg und Forchheim

Gastronomie und Events – Teil 2

Die Corona-Pandemie trifft uns alle hart, es ist eine Situation, die wir alle so noch nicht kannten. Doch manche trifft es noch härter. Wie etwa Gastronomie und Eventbranche. Doch was genau dahinter steckt ist einem gar nicht richtig bewusst. Wir haben mir Lukas Mitterreiter, dem Mit-Inhaber der Kleinen Pause in Nürnberg und Forchheim gesprochen, um aufzuzeigen wie stark manche Branchen betroffen sind. Es hat uns wieder gezeigt: „Nürnberg muss zamm halten!“.

Seit Anfang November befinden wir uns erneut im Lockdown, für die Gastronomie bedeutete das komplett herunterfahren bzw. nur noch Essen und Trinken „to go“ verkaufen. Was bedeutet diese Vorschrift für euch?

Diese Vorschrift ist ein sehr harter Einschnitt für alle Gastronomen. Dieser Einschnitt bedeutet ja nicht nur, dass man kein Essen mehr „inhouse“ anbieten darf, sondern dass auch die Nachfrage des „to-go“-Geschäfts zurückgeht, da einfach wesentlich weniger Menschen unterwegs sind. Das To-go-Geschäft hat bei uns, als Tagescafé, generell einen mittleren Anteil am Gesamtumsatz, weshalb wir mit reduzierten Öffnungszeiten noch ein wenig Umsatz generieren können. Diesen Umsatz kann man jedoch nur als Schadensbegrenzung bezeichnen, um die hohen Kosten ein wenig zu reduzieren.  Über die Weihnachtsferien werden wir jedoch unsere Kleine Pause Nürnberg komplett schließen, da wir davon ausgehen, dass wir nicht einmal die laufenden Betriebskosten mit dem Umsatz decken könnten.

Für viele andere Gastronomien, welche hauptsächlich von dem „inhouse“-Geschäft leben, wie zum Beispiel Restaurant & Gaststätten, lohnt es sich teilweise gar nicht, erst aufzusperren.

Wie haben eure Kunden darauf reagiert, vor allem Stammkunden, die regelmäßig zu euch kommen?

Mit großem Verständnis. Wir haben viele nette und aufmunternde Worte bekommen, da so gut wie jeder im groben weiß, was die ganzen Restriktionen in unserem Fall für die Gastronomie bedeuten. Sofern unsere Stammgäste in der Nähe und nicht im Home Office oder sonstiges sind, kommen sie immer noch regelmäßig vorbei. Das bedeutet uns sehr viel und darüber sind wir auch sehr dankbar.

Gab es in der schwierigen Zeit auch schöne Momente oder Überraschungen, die ihr Erlebt habt?

Positiv war für uns vor allem der Zuspruch und die Einstellung unserer Gäste, uns helfen zu wollen und durchzuhalten. Wir kommen mit unserem Konzept gut an und die Gäste wünschen uns sehr, dass wir dieses ganze Schlamassel so gut es geht durchstehen, um dann im Frühjahr wieder durchstarten zu können. Wir denken in der ganzen Situation immer noch positiv, Kopf in den Sand stecken gilt nicht, das würde die Situation nur noch schlimmer machen. Und eines ist ganz wichtig für uns: Niemals sich selbst die Frage stellen „was wäre wenn [es Corona nicht gegeben hätte]?“.

Was würde euch in der aktuellen Situation helfen?

Am meisten würde uns helfen, wenn die staatlichen Hilfen sehr bald ankommen würden. Von der sog. November-Hilfe haben wir noch nichts gesehen und auch die Hilfen für Dezember werden auf sich warten lassen. Das ist das größte Problem, da die Kosten relativ normal weiterlaufen und wir alles vorstrecken müssen. Da kommt es dann zu Liquiditätsengpässen.
Zudem würde es uns sehr helfen, wenn Gäste Gutscheine erwerben, damit wir den Liquiditätsengpass reduzieren können und Gäste nach dem Re-start wieder bei uns begrüßen dürfen. Obwohl wir im Moment unseren Laden geschlossen haben, verkaufen wir weiter unsere Gutscheine. Dazu einfach auf unsere Homepage gehen oder eine Mail schreiben.
Zusätzlich bitte ich alle, sich an die Regelungen zur Eindämmung der Pandemie zu halten, damit die Restriktionen schnell aufgehoben werden können. Meine persönliche Hoffnung ist, dass der Impfstoff schnell verteilt werden kann, wirkt und sich dadurch auch langfristig die Lage zum Besseren wendet. Nur dann kann meiner Meinung nach die Normalität zurückkommen.

Vielen Dank für deine ehrlichen Worte Lukas, wir drücken unsere Daumen und hoffen, dass der Spuk bald ein Ende nimmt. Alles Gute für euch.